PPP und Umsonstläden
From PPP
This german text talks about free boxes and PPP.
[edit] PPP und Umsonstläden -- eine ideale Ergänzung ? (Arbeitstitel)
Obwohl ein Umsonstladen dem Namen nach und den Dingen, die er beherbergt, dem Umgang mit Gütern verpflichtet ist, ist doch die Motivation der ihn betreibenden oft die Vision einer anderen Gesellschaft, die nicht durch den Austausch von Waren konstituiert ist. Eingelöst werden kann diese Hoffnung nur dadurch, das neue Netzwerke entstehen, und -- soweit ich die Motivationen kenne -- werden Umsonstläden hauptsächlich betrieben, um neben einem gelebten Zeichen für anderen Umgang mit Gütern ( den anderen nicht zur Gegenleistung zwingen) ein Ort geschaffen werden soll an dem solch neue Netzwerke geknüpft werden können.
Für die Güter jedoch, die der Umsonstladen bevorratet, ist ihr Aufenthalt dort eine Zwischenstation zwischen vergangenem Privatbesitz zu neuem Privatbesitz. Die Geschichte ihrer Nutzung schleppen sie nicht mit sich herum, bringen die sie Nutzenden nicht in Kontakt, auch wenn zum Beispiel bei Büchern durch einen "entwertenden" Stempel eine neue Geisteshaltung in das Buch einzuimpfen versucht wird. Das was im Umsonstladen landet ist auch oft die Spitze des zumeist verdeckten Eisbergs der überschüssigen Waren unserer Konsumgesellschaft. Das uns selbst teure, wertvolle, geben wir zumeist nicht in den Umsonstladen.
PPP versucht dies genau umzukehren: es stellt die Menschen, die die Dinge nutzen in den Vordergrund und möchte so eine Grundlage für neue Beziehungen zwischen den aktuellen Nutzern und Besitzern und potentiellen Nutzern für uns wertvoller Güter schaffen.
PPP ist die Abkürzung für Private Public Property. Der Name ist das Programm: PPP ruft auf zur Veröffentlichung von Eigentum. Für uns wertvolles Eigentum soll eine Präsenz im Internet bekommen, zuerst einmal nur, um die potentielle Nutzung durch andere zu avisieren. Den Modus möglicher Zusammenarbeit legt PPP nicht fest, bietet aber Vorschläge für bewährte Verabredungen. PPP ist keine Ideologie und kein Programm, sondern der Versuch in der Sphäre der Beziehungen zu Gütern zu experimentieren. Es hat einen bewusst eingebauten "Designfehler": wer mitmacht, setzt sich explizit den Gefahren von Öffentlichkeit aus. Eingeladen sind deshalb vor allem zuerst Menschen, die zu Gunsten möglicher Kooperationsmöglichkeiten diese Gefährdung hintan stellen.
